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10.04.2019 Der größte Bilanzbetrug aller Zeiten durch den US Handelsriesen Enron
Dezember 2001. Wenige Monate vor dem Untergang des US-Energiehandelsriesen Enron in den USA.  Jeffrey Skilling wollte durchstarten und die Welt erobern.

Das Führungsduo Skilling und Lay verkündeten die Vision „vom größten Energiekonzern der Welt zum größten Konzern der Welt“.

Die Vorstände hatten auf dem Papier beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Führung eines Unternehmens:
Havard Business- Abschlüsse und
vorherigen Tätigkeiten bei bekannten weltweit tätigen Unternehmensberatungsunternehmen- hier: McKinsey.

Die Vorstände machten Gas und Strom zu einem Handlesprodukt, das wie Aktien gehandelt wurde.

Enron war einst die größte Handelsplattform - erst für Energie, später für Papier, Kohle und Versicherungen gegen schlechtes Wetter.

Vor der Pleite von Enron war er der siebtgrößte Konzern in den USA. T Die Insolvenz wurde völlig überraschend am 2. Dezember 2001 angemeldet es war eine Insolvenz der Superlative.

Ursache war der größte Bilanzbetrug der Geschichte- der aufgedeckt wurde.

Der Schaden belief sich auf 60 Milliarden Dollar.
Es gab Tausende von geschädigten Aktionären, betrogene Banken und Pensionsfonds.

Über 20 000 Mitarbeiter verloren ihrer Anstellung und Altersvorsorge.

Durch die USA rollte eine Welle der Wut und der Forderung nach Aufklärung und Vergeltung. Enron hat über Jahre die Bilanz gefälscht und aus Schulden Gewinne gemacht.

Dies wurde durch eine Vielzahl von Partnerfirmen ermöglicht, über die der Konzern faktisch Geschäfte mit sich selbst machte.

Die Enron-Bilanz wies die Einnahmen auf; die Schulden waren bei den Partnerfirmen.

Die Vorstände bestritten von Bilanzmanipulationen gewusst zu haben und beschuldigten ihren Finanzchef. Dieser sagte dann jedoch als Kronzeuge aus und legte den systematischen Betrug offen. Drei Jahre nach der Insolvenz wurden der maßgebliche Vorstand zu einer Haftstrafe von 14 Jahren verurteilt. Der andere Vorstand verstarb vor der Urteilsverkündung. Enron wurde beraten von Arthur Andersen, die bereits 1913 gegründet wurde und sich zu der 5. größten Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft der Welt entwickelte.

Allein in Deutschland hatte Arthur Andersen Deutschland 3.800 Mitarbeiter an zehn Standorten. Durch die Verstrickung im Enron-Skandal stellte die Gesellschaft in 2002 für die Zeitdauer des Strafverfahrens freiwillig den Betrieb ein.

Aufgrund von Anweisungen führender Mitarbeiter der Rechtsabteilung und der Firmenzentrale wurden viele Unterlagen des Enron-Konzerns vernichtet, obwohl oder gerade weil bereits die Aufnahme eines Ermittlungsverfahrens gegen Enron bekannt war.

Arthur Andersen wurde wegen Behinderung der Justiz angeklagt und für schuldig befunden.

Ihre Lizenz wurde entzogen. Neben der Klage des Justizministeriums haben zahlreiche Enron-Aktionäre Millionenklagen gegen Andersen angestrengt, mit dem Vorwurf, das Unternehmen hätte die dubiose Buchführung bei Enron nicht absegnen dürfen.

Andersen bot zunächst pauschal 750 Millionen Dollar, mit denen alle Aktionärsklagen abgegolten werden sollten. Nachdem die Zahl der zahlungskräftigen Kunden dramatisch sank, kürzte das Unternehmen dieses Angebot auf 350 Millionen Dollar. Fusionsgespräche mit den vier größten Konkurrenten scheiterten, weil niemand die Millionenklagen übernehmen wollte.

Der Gang zum Insolvenzgericht war der einzige und letzte Ausweg. Tausende von Mitarbeitern suchten eine Neuanstellung bei anderen großen Prüfungsgesellschaften. Andersen-Netzwerk mit 85.000 Mitarbeiter in 83 Lände fiel auseinander.

Die 89 Jahre alten Firma wurde ausgeschlachtet.

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Wir sind spezialisiert im Wirtschaftsrecht tätig.


Hermann Kulzer
MBA
Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht
Fachanwalt für Insolvenzrecht
Wirtschaftsmediator (uni DIU)
insoinfo
Verfasser: Hermann Kulzer
 
 
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